JOHANNA DIGRUBER – Handwerk & Baukultur in der Weltkulturerberegion
Shownotes
Was hat traditionelles Handwerk mit zeitgenössischer Architektur zu tun? Das frage ich Johanna Digruber, Architektin und Mitgründerin von Harddecor Architektur. Wir sprechen über ihr Projekt „Handwerk & Baukultur" in der UNESCO Weltkulturerberegion Semmering-Rax und warum sie es initiiert hat.
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Wachgeküsst, den Podcast der Semmering-Region.
00:00:06: Dann rösschen schlafen wir gestern.
00:00:08: Mein Name ist Tim Naton und ich werde euch durch die kommenten Folgen begleiten.
00:00:14: Herzlich Willkommen in einer neuen Podcastfolge!
00:00:17: In dieser Folge habe ich Johanna Diegruber zu Gast, Architektin und Mitgründerin von Hard Decor Architektor.
00:00:23: Sie arbeitet seit einigen Jahren an einem ganz besonderen Projekt – Handwerk & Baukultur in der UNESCO Weltkulturerbe Region Semmeringen Racks.
00:00:32: Was genau dahinter steckt und warum dieses Projekt so spannend ist?
00:00:36: Darüber sprechen wir heute.
00:00:39: Johanna, du hast eine klassische Architekturlaufbahn absolviert und bist dann ziemlich rasch zu einem wirklich außergewöhnlichen Projekt dazugestoßen dem Kunsthaus Graz das ja architektonisch Maßstäbe gesetzt hat.
00:00:54: Und seit im Jahr twohntausend acht setzt du mit eurem Studio Hard Decor Architektor in Wien und Mitterbach am Erlaufsee eigene Projekte um Darunter auch das fliegende Klassenzimmer, mit welchen ihr in den Top-zehnen für die Bauten des Jahres gerankt wurde.
00:01:11: Und es war im Jahr von Ark Daily nominiert.
00:01:17: Warum hast du das Projekt Handwerk und Baukultur in der Weltkulturberegion Semmering initiiert?
00:01:25: Ich glaube da gibt's irgendwie zwei wesentliche Punkte die werden... die wir da berücksichtigen müssen.
00:01:31: Ich glaube, die Rolle des Architekten verändert sich tatsächlich in einer Zeit, wo Ressourcen einfach knapp werden.
00:01:38: Wir haben das Thema der Bundversiegelung gewissen, dass wir alle einspannen müssen.
00:01:43: Und es geht eigentlich darum, Bestand wieder zu nutzen, vermehrt zu nutzen weil wir durch jeden Quadratmeter Flächen verbraucht tatsächlich die Artenvielfalt und die Lebensräume minimieren.
00:02:00: Das ist einfach ein wesentlicher Aspekt als Architekt hier gesellschaftlich einfach einen Beitrag zu leisten.
00:02:07: Auch damit verbunden, dass man sagt okay wir wissen das die Ortskerne entleert wurden durch die Flächenversiedlung an den Ortsrendern und dadurch eigentlich da so die soziale Interaktion in den Orten verloren gegangen ist oder minimiert worden ist.
00:02:22: oft fehlen die Vierzhäuse es fehlen Treffpunkte.
00:02:25: Und da trifft sich dann wiederum das Thema der Baukultur weil Baukultur ja ein sehr weit gefasstes, ein sehr.
00:02:36: Da geht es ja nicht nur um wie schön schaut das Haus, als gefällt es mir wird es von der Architektenschaft gelobt.
00:02:43: Sondern es geht darum dass wir schöne gemeinwohl orientierte Räume haben wo sie die Menschen treffen.
00:02:50: da geht's einfach um das Zusammenspiel einer Gemeinschaft eines Ortes.
00:02:56: und das ist eigentlich auch so dieser Ausgangspunkt meiner Arbeit weil ich uns selbst aus dem ländlichen Raum habe mich immer dafür interessiert.
00:03:04: Und warum hast du die dann speziell
00:03:08: für diese UNESCO-Weltkultur über Region Semmering Racks entschieden?
00:03:12: Ich habe eine Initiative gestartet eigentlich in der Ziviltechnikerinnenkammer, in unserem Ausschuss.
00:03:19: Eine Initiative für den ländlichen Raum.
00:03:21: Wir haben Arbeitskreise gebildet daraus ist eine Kooperation mit einer Kollegin mit Susan Graub entstanden Und wir haben eine Projektförderung bekommen, die sie eben mit diesen Instrumenten für baukulturelle Förderungen im ländlichen Raum beschäftigt hat.
00:03:43: Wir haben damit sehr viele Gemeinden in Niederösterreich gesprochen auch in Bundland und haben verschiedene Konzepte entwickelt.
00:03:51: das gibt es auch andere Konzepten für andere Regionen oder Gemeinden.
00:03:55: In Zuge der Gespräche hier Ich habe dieses Potenzial von Handwerk- und Baukultur erkannt, weil ich gespürt hab dass die Wertschätzung für den Bestand, für das Besondere hier nicht gar nicht so gegeben ist.
00:04:09: Man hat eher als Ballast gesehen.
00:04:13: aus meiner Tätigkeit als Architektin kommen wir auch mit Handwerkerinnen zu tun.
00:04:21: Wir sehen einfach, wie schwierig es ist, Handwerkers für besondere Aufgaben zu bekommen als alle, die nicht standard sind.
00:04:27: Natürlich ist der Bestand da noch mehr ein bisschen herausfordernder wenn man das auf der grünen Wiese plant und man weiß nicht genau was kommt.
00:04:35: Man braucht einfach das Wissen und auch die Kreativität der Handwerksbetriebe weil wir Architekten sind ja Generalisten aber wissen natürlich vom Tun weniger Bescheid.
00:04:46: Wir schaffen gerne an, aber wir brauchen natürlich das Gegenüber die auch bereit sind mit uns deinen Weg zu gehen und deswegen hat sich das eigentlich gefügt.
00:04:57: dieses Thema Handwerk- und Baukultur weil Baukultur als Ressource in der Region Weltkultur über Region Sämmering war eigentlich sofort im Kopf und dann die Verknüpfung des Handwerks dass wir dann so brauchen weil wenn wir die Häuser revitalisieren, wenn wir sie schützen und pflegen wollen dann tauchen wir einfach die Qualifizierung der Handwerksbetriebe in der Region.
00:05:26: Und das ist sozusagen das Hauptziel oder?
00:05:29: Das ist eines
00:05:30: von den Hauptzielen.
00:05:31: Ja es geht schon darum diese Region wieder lebendig zu machen also eigentlich diese Wertschätzung für die Region sichtbar zu machen auch der Bevölkerung zurückgeben, weil die Bevölkerung ist ja die, die eigentlich die Region ausmacht.
00:05:51: und wenn man da irgendwie diese Wertschätzung fürs eigene unterstützen kann dann kann klar wieder einfach unglaublich Impuls gegeben
00:06:02: werden.
00:06:02: Ich glaube in unserer schnell ewigen Zeit wird vielleicht auch zu wenig darauf irgendwie achtgegeben dass wir vielleicht im Jahr wieder revitalisieren kann und irgendwie neu schaffen kann, ohne dass man jetzt irgendwas Neues machen muss zwingend
00:06:18: oder?
00:06:19: Das ist jedenfalls richtig.
00:06:21: Und man muss einfach trotzdem sagen wir haben die Ressourcen nicht also es besteht gar keine Möglichkeit so weiter zu tun wie bisher.
00:06:30: Es geht darum nachzudenken was wir überhaupt brauchen und wie unsere Lebensräume auszusehen haben Und was da wirklich wichtig ist.
00:06:43: und wenn man Studien liest, dann weiß man dass das soziale wesentlicher Faktor ist um ein glücklicher Mensch zu sein.
00:06:52: Es geht einfach um Räume für Begegnung es geht um Zusammenhaltes geht um Gemeinschaft vielleicht gemeinsam entwickeln.
00:07:03: Deshalb setzen wir ganz stark auf den Beteiligungsprozess auch zuzuhören, was sind die Ideen?
00:07:10: Wo können sich die Leute wiederfinden.
00:07:14: Und das war dann eigentlich auch der Ausgangspunkt für unser Projekt Handwerk und Baukultur den wir mit einem Bedeutungsprozess gestartet haben.
00:07:21: Das war ein mehrstufiger Prozess und wir haben daraus vierunddreißig Projekte lukriert möchte ich fast sagen und das ist wahrscheinlich ein wesentlicher Faktor für unser Projekt, dass wir einfach wirklich langfristig denken müssen.
00:07:41: Aber für so
00:07:43: ein Projekt kann man ja nicht alleine stemmen.
00:07:44: also welchen Partner
00:07:46: braucht es für sowas?
00:07:48: Also zuallererst jemand der an uns glaubt das wir eine Initiative starten können und das war in dem Fall damals das damalige BM Curse die uns unterstützt haben bei dem Startprojekt.
00:08:06: Dann eine Region oder ein Bürgermeister, der sagt ja machen wir das so in dem Fall.
00:08:14: Das kleine Regionsmanagement der Weltkultur über die Region Semmering-Rachs, den sagt Ja, das interessiert uns.
00:08:22: Es baut... es hat sich auch gefügt mit einem Projekt.
00:08:25: Das ist der Vorgart.
00:08:26: also die haben es gab Baukulturelle, eine Checkliste quasi fürs Weltkulturerbe.
00:08:31: worauf sollte man achten?
00:08:34: im Weltkultur bebaut.
00:08:38: Das heißt, es war eigentlich so ein bisschen auch eine Weiterführung oder ein Wiederbeleben damit man da noch mal hinschaut dann eine erfolgreiche Einreichung bei Lieder.
00:08:51: das heißt, das geht dann einfach um Förderungen und solche Projekte überhaupt umsetzen zu können.
00:08:57: Und so fügt sie das ein und das andere.
00:09:00: Es ist in dem Moment wo man dann auch etwas in der Hand hat sehr gut überzeugen.
00:09:06: Also man muss einfach immer dran bleiben, man darf nicht locker lassen, man muss Niederschläge einstecken, manchmal aber auch nicht gut schlafen und dann wieder nach vorne gehen.
00:09:18: Weil ihr habt's
00:09:18: ja schon
00:09:19: was ich
00:09:19: so jetzt mitbekommen hab
00:09:20: über zwei Hundert Menschen erreicht!
00:09:23: Mit dem wie begeisterst du so unterschiedliche Menschen eigentlich für deine Vision?
00:09:32: Wie gesagt es gibt drei und dreißig Projekte oder Ideen, da gibt es welche die kein Geld kosten nur das Engagement der Personen und Menschen.
00:09:41: Das ist eh ohnehin schwierig das Aufrecht zu erhalten.
00:09:45: und in weiterer Folge gab's einfach eben diese weitere Idee der Handwerkerhöfe in der Region, wo waren wir jetzt quasi arbeiten?
00:09:54: Da geht es einfach ganz stark um die Aus- und Weiterbildung.
00:09:57: Und dort, das trifft auch auf viele Zielgruppen.
00:10:00: Das trifft Kinder und Jugendlichen.
00:10:02: Genau.
00:10:02: Also mit dem Sinn, weil
00:10:03: es geht wirklich von der Schule weg bis hin zu... also es ist wirklich eine sehr breite Zielgruppe, die du da eigentlich
00:10:10: hast.
00:10:11: Wir probieren, tatsächlich ist es eine Probierphase auch, wir versuchen die Leute anzusprechen.
00:10:19: Wir haben mit den Pilot-Trainings im ehemaligen Kurhaus Semmering, jetzt Grand Semmeringen sehr gutes Feedback erhalten.
00:10:29: Wir hatten tolle Unterstützung mit einem Erasmus Plus Projekt, das begleitet wurde vom Verein für Baudenkmalpflege in Mauerbach in Kooperationen mit dem WDA.
00:10:39: also wenn man wirklich Ich möchte fast sagen, die Crème de la Crème des Fachwissens, die uns hier begleiten.
00:10:46: und wir haben einfach unglaublich gutes Feedback von den Teilnehmerinnen bekommen im Rahmen der Workshops.
00:10:53: Und das motiviert dann natürlich zusätzlich... Wir haben es jetzt geschafft auch in früher noch einmal weitere Pilot-Training auf die Beine zu stellen wiederum mit sehr guten Ausbildern.
00:11:06: und ja so versuchen wir einfach Schritt für Schritt Das ist ein oder andere Programm zu geben.
00:11:13: Und wenn man sie für sowas interessiert, dann kann man glaube ich alles auf der
00:11:17: Webseite nachlesen?
00:11:19: Handwerk-Bauskultur.at.
00:11:21: Richtig!
00:11:22: Ja das ist richtig.
00:11:24: Wir sind sehr glücklich dass wir seit Anfang Mai eine Homepage haben die wir kontinuierlich befüllen.
00:11:33: Bitte gerne anmelden zum Newsletter und wir freuen uns über jede Interessierte, jeden interessierten.
00:11:42: Ja
00:11:43: perfekt!
00:11:44: Dann in diesem Sinne vielen Dank für die Einblicke und Ausblicke.
00:11:49: eigentlich und alle Informationen zum Projekt Handwerk und Baukultur findet ihr auf www.handwerk-baukultur.at Und den Link findet ihr in der Folgenbeschreibung.
00:12:04: Bis zur nächsten Folge von Machgeküsst.
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