SIMONE GÖSTL – Kunst, Handwerk & Öko-Habitat
Shownotes
Simone Göstl hat sich in Prigglitz eigenhändig ein Öko-Habitat gebaut. In dieser Folge spreche ich mit ihr darüber, was Bauen und Kunst für sie verbindet und was sie mit ihren Fotografien bei den Menschen auslösen möchte.
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00:00:00: Hallo und herzliche willkommen zu Wachgeküsst, den Podcast der Semmering-Region.
00:00:06: Don Röschen Schlaf war gestern, mein Name ist Tim Naton und ich werde euch durch die kommenten Folgen begleiten.
00:00:15: Simone Göstl, Künstlerin, Kunstvermittlerin und jemand der sich in Brieglitz eigenhändig einen Ökohabitat gebaut hat was sie antreibt und was es mit dem Öko Habitat auf sich hat das hörte jetzt Simon, du hast dir ein Ökohabitat gebaut selber mit deinem Mann.
00:00:35: Genau!
00:00:35: Mit Mann und Kind zu tritt haben wir das geschafft.
00:00:40: Wie kann man sich so was vorstellen?
00:00:45: Was ist die Definition davon
00:00:47: von dem Ökohaus?
00:00:48: Es ist kreislaufbasiert.
00:00:50: es ist wichtig dass wir möglichst ökologische Materialien haben.
00:00:54: wir verwendet also wir haben zum Beispiel den Erdaushub verwendet, um unsere Wände einzustampfen und haben damit die Wände hochgezogen.
00:01:05: Haben ein Holzfachwerk für die Statik und haben dann vorgelagert einen Wintergarten der so ausgerichtet ist dass er unser Haus beheizt.
00:01:19: also im Winter geht die Sonne bis an die Rückwände rein und im Sommer geht sie nur bis zur Grenze vom Wintergarten, damit es nicht zu stark aufheizt.
00:01:29: Wahnsinn!
00:01:31: Nur so als Hintergrund.
00:01:32: Mein Papa ist Architekt.
00:01:34: Und ich habe schon sehr viele Pläne gesehen in meinem Leben.
00:01:37: Ich hab da schon sehr viel schöne Gebäude gesehen.
00:01:40: aber das höre ich zum ersten Mal dass sowas gibt und dass man sowas machen kann.
00:01:46: wie aufwendig ist es so was zu machen?
00:01:49: Wie gesagt wir haben lange geplant.
00:01:53: Also es gibt so was in der Form mittlerweile ein zweites Mal in Österreich, aber mit anderen Materialien.
00:01:58: Aber vom Prinzip her... Es haben viele gesagt dass wir das vermutlich gar nicht machen können!
00:02:06: Wir haben Architekten gekastet, mehr oder weniger wirklich so.
00:02:13: Wir haben geschaut, dass wir jemanden finden, der wirklich mit uns das in einen österreichischen Bauplan reinarbeitet, also damit wir das wirklich durchziehen können.
00:02:25: Und wir haben vorher mit der Gemeinde geredet ob sie so was durchgehen lassen.
00:02:31: Ja okay Wahnsinn.
00:02:32: und das Haus steht in Brieglitz?
00:02:33: Genau ja im Stubachgraben.
00:02:35: Sehr schön und hat dir vielleicht dieses Bauen etwas über dich selbst gelehrt?
00:02:40: Also ich habe davor schon mal sehr naturnahe gelebt.
00:02:46: Ich hab mal in Griechenland gelebt und dort eine Zeit lang wirklich in der Natur, in einer Höhle und dann war das Wetter entsprechend dass man sowas durchziehen kann.
00:02:56: Und es war ein ganz eigenes Verhältnis so direkt mit der Natur zu leben.
00:03:00: also ich habe mich nachher recht abgeschirmt gefühlt wie ich wieder nach Österreich gekommen bin wenn ich in einem Gebäude gewohnt hab und keinen Kontakt zum Außen gehabt haben.
00:03:13: deswegen wollte ich das auch machen und das dann wirklich durchzuziehen hat lange gedauert Aber es hat mir gezeigt, dass es in Ordnung ist einen Traum zu haben und den dann auch umzusetzen.
00:03:26: Und das es sehr wohl auch möglich ist wenn man dran bleibt.
00:03:30: Ich bin noch immer ein bisschen buff weil ich das einfach echt cool finde.
00:03:35: Das heißt du hast diese Idee geboren quasi und deine Mann sagt so wir machen das jetzt selber?
00:03:41: Mein Mann hat mich schon mit der Idee kennengelernt.
00:03:45: also diese Idee gibt's schon recht langen mehr Und er hat sich mit der Idee total angefreundet und steht auch voll dahinter, und liebt dieses Haus genauso wie ich.
00:03:57: Wie lange hat es dann im Endeffekt wirklich gedauert?
00:04:00: Wir bauen noch immer.
00:04:01: Also wir bewohnen das Haus mittlerweile seit drei Jahren.
00:04:05: nach zwei Jahren intensiver Arbeit haben wir einziehen können.
00:04:11: da war noch sehr viel unfertig aber es waren warm.
00:04:16: Du zeigst im Schlossglocknitz, glaube ich.
00:04:18: Etwas von deinen Fotoarbeiten?
00:04:20: Genau!
00:04:20: Was kann man da sehen?
00:04:22: Da kann man einerseits klassische Fotografie-Spazweis-Analobmittelformat sehen.
00:04:27: Das sind meine absoluten Lieblingsbilder ausstellen, meine drei und meine zweite Arbeit.
00:04:34: Eine große Arbeit für mich sind Einbildfilme, das sind Langzeitbelichtungen die ich mit Lochkameras mache also einfach einen kleinen Dosen wo ein lichtempfindliches Bild Papier reinkommt und dann mache ich Aufnahmen.
00:04:49: Momentan habe ich eine Serie am Wasserleitungsweg entlang, an unterschiedlichen Punkten.
00:04:55: an der Schwarzer platziere ich diese kleinen Dosen und die lasse ich dort zwei Wochen stehen und in Kooperation mit der Natur.
00:05:04: quasi entsteht dieses Bild.
00:05:06: also das lässt sich danach ablesen.
00:05:08: man kann die Sonnenbahnen sehen, man kann den Strömungen des Wassers sehen.
00:05:12: Das Wetter lässt sich relativ gut über die Farbgebung dann nachempfinden.
00:05:17: Was verbindet deiner Meinung noch Handwerk mit Kunst?
00:05:22: Und ganz viel, also ich würde teilweise Handwerk ... das ist die Technik um Kunst zu erschaffen.
00:05:30: Ich glaube sie bringt dann in gewisser Weise die Kunst hervor.
00:05:36: und wenn du so Foto arbeiten hast... Wenn du gehst raus und denkst, ah das ist jetzt ein schöner Spot oder gehst du zuerst mal vorbei und schaust dir die Lichtverhältnisse an.
00:05:48: Und dann bist du dann passiert es einfach klein in dem Moment?
00:05:51: Beides!
00:05:52: Also ich gehe teilweise, gehe ich gezielt bin ich unterwegs und suche mir Plätze, an denen ich schon ganz oft vorbeigekommen bin und denke okay, dass muss ich fotografieren und am besten in dem und dem Licht.
00:06:06: Oder ich bin unterwegs mit diversen Kameras.
00:06:10: Also ich möchte mich da auch gar nicht beschränken.
00:06:12: Ich mag es total, wenn zum Beispiel das Bild dann total verpixelt ist, weil ich finde, dass hat eine ganz eigene Ästhetik und lasse das einfach in dem Moment passieren.
00:06:24: Das heißt du bist in der Semmering-Rachsregion unterwegs?
00:06:27: Bin
00:06:27: ich mittlerweile viel mit einem Fahrrad unterwegs.
00:06:30: Mittlerweile ein E-Bike oder noch alles noch?
00:06:34: Es ist doch recht hüge.
00:06:37: Und als Künstlerin stelle ich mir das so vor, dass man mit seiner Kunst etwas vielleicht in dem jeweiligen Menschen auslösen will.
00:06:46: Was willst du mit deiner Kunst auslöschen?
00:06:49: Ich möchte auf ökologische Missstände aufmerksam machen und den Bezug den Menschen und Natur gemeinsam haben Genau, wie im Grunde.
00:07:01: Also das ist ganz oft das Thema meiner Arbeit, dass ich eben genau dieses Verhältnis die Beziehung von Menschennatur abarbeitet mehr oder weniger und es geht immer mehr in die Richtung, dass sich jetzt versuche okay, im Grund genommen sollten wir uns ja als Natur sehen.
00:07:19: Das heißt meine Arbeiten fangen an sich ein bisschen zu verändern.
00:07:23: Und du hast ja schon sehr viel gesehen.
00:07:26: dann in der Semmering-Racksregion?
00:07:29: Welcher Ort ist die Hänge geblieben?
00:07:30: oder gibt es so einen Lieblingsort von dir in der Region?
00:07:35: Ein Lieblungsplatz.
00:07:38: Ich bin wahnsinnig gern an der Schwarze im Höllentral.
00:07:42: Ja,
00:07:44: ich hab dem Sommer sehr erfrischend.
00:07:45: Genau!
00:07:46: Im Sommer aber unter der Woche wenn noch keine Menschen sind.
00:07:50: Sonst findert mich ein Backwirt mehr quasi.
00:07:53: Simone danke für die Einblicke in das Öko-Habitat.
00:07:58: Das finde ich nur immer sehr grandios und auch in Deiner Einblick als Künstlerin.
00:08:03: Vielen, vielen Dank!
00:08:04: Danke für das Gespräch.
00:08:08: Bis zur nächsten Folge von Wachgekürst.
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